AMpTue, 07 Aug 2007 03:40:01 +000040Dienstag 10, 2007
Mein letzter Ausflug in Japan führte mich am 5. und 6.August nach Aomori, welches ganz im Norden der Hauptinsel Japans liegt. Vom 2. bis zum 7.August findet dort das alljährliche Aomori Nebuta (青森ねぶた) Festival statt. Angeblich handelt es sich dabei um das grösste Festival dieser Art in ganz Japan. Bekannt ist dabei vor allem der Umzug am frühen Abend (19-21 Uhr), bei welchem nebst Tanz und Musik vor allem die “Toro” im Mittelpunkt stehen, welche aus Papier bestehen und bei Einbruch der Dunkelheit dank zahlreichen Glühbirnen zu leuchten beginnen. Die Wagen sind dabei ziemlich gross und werden teilweise von 20-30 Leuten gestossen. Wir fuhren am Sonntag Morgen mit dem Hayate Shinkansen (はやて新幹線) von Tokyo bis nach Hachinohe (八戸市). Der Hayate Shinkansen ist dabei der schnellste seiner Kategorie und so benötigten wir für die Strecke von knapp 600 Kilometer nur gerade drei Stunden. Die Spitzengeschwindigkeit liegt bei dieser Strecke bei 275 Kilometer pro Stunde. Wir konnten einfach an den Ticketschalter gehen und hatten einige Sekunden später bereits Tickets für den nächsten Zug, welcher nur 15 Minuten später losfuhr. Die Plätze sind dabei reserviert und der Zug war ziemlich voll, aber Plätze kriegt man trotzdem fast immer. Von Hachinohe ging es mit dem Lokalzug weiter bis nach Aomori, was nochmals 2 Stunden dauerte. Wir sahen uns etwas in der kleinen Stadt um (etwas mehr als 300′000 Bewohner und über 3 Millionen Besucher während des Festivals) und dann begann auch schon bald der Umzug. Schwieriger gestaltete sich die Suche nach einer Unterkunft. Ursprünglich hatten wir geplant, die Nacht in einem Internet- oder Manga Café zu verbringen, doch ein solches gab es weit und breit nicht. Das einzige Kapsel-Hotel war bereits ausgebucht, doch schlussendlich fanden wir ein etwas schäbiges, kleines Hotel, wo wir für 50 Franken übernachten konnten. Am nächsten Tag besuchten wir den Showa Daibutsu, welcher etwas ausserhalb von Aomori liegt. Um 16 Uhr machten wir uns dann bereits wieder auf den Rückweg und um 22 Uhr war ich wieder bei meinem Dorm.
AMpTue, 07 Aug 2007 03:08:35 +000008Dienstag 10, 2007
Am 1.August fuhr ich mit meinem japanischen Mentor Kohei mit dem Zug bis nach Totsuka (戸塚駅), was vom Zentrum von Tokyo aus in rund 45 Minuten erreichbar ist. Dort warteten Dominic, Francesc, Kimura und Tony auf uns. Mit zwei Autos fuhren wir dann weiter bis nach Enoshima und damit konnte ich zum ersten Mal in Japan das Meer zu sehen. Nach dem Mittagessen besuchten wir den Schrein auf Enoshima Island. In Yokohama gab es zwischen 19 Uhr und 20.30 Uhr erneut ein riesiges Feuerwerk zu bestaunen. Einige der Explosionen hatten angeblich einen Durchmesser von bis zu 500 Meter. Kimura hatte die Mühe auf sich genommen, bereits 24 Stunden vorher mit Klebband Plätze für uns alle zu markieren. So hatten wir richtig gute Plätze direkt am Ufer und konnten das Feuerwerk in vollen Zügen geniessen. Kohei und ich verbrachten die Nacht in Yokohama bei Kimura zu Hause während die anderen nach Tokyo zurückfuhren. Für einige war es bereits der letzte Tag in Japan und so war der Abschied dann doch etwas merkwürdig.
AMpTue, 07 Aug 2007 02:47:19 +000047Dienstag 10, 2007
Am 28.Juli ging ich zusammen mit einigen Leuten aus dem Walking Club nach Asakusa. Vom Sumida Fluss aus fand dort am Abend ein imposantes Feuerwerk von fast 90 Minuten statt. Hier einige Impressionen davon.
AMpSat, 04 Aug 2007 01:29:52 +000029Samstag 10, 2007
Nachdem ich im Juni bereits einmal einen Ausflug zum Mount Fuji gemacht hatte, ging ich dieses Mal zusammen mit Eric aus meiner Japanischklasse bis ganz auf den Vulkan (3776 Meter) hinauf. Von Shinjuku aus nahmen wir am Sonntag Morgen um 9 Uhr den Highway Bus, welcher uns in etwas mehr als 2 Stunden bis zur fünften Station auf 2305 Meter brachte. Dort assen wir kurz etwas und deckten uns mit allenmöglichen Utensilien ein. Eric kaufte sich wie viele andere Besucher einen Walking stick für welchen man bei jeder Station für 200 Yen einen Stempel kaufen kann. Um 14 Uhr begannen wir schliesslich mit dem Aufstieg. Von Beginn an wimmelte es nur so von Touristen, wobei mindestens 90% Japaner waren. Die meisten erklommen den Berg in grossen Gruppen, welche erst nach gemeinsamem Aufwärmen losmarschierten. Einige waren auch mit ihren Kindern gekommen, welche manchmal erst fünf oder sechs Jahre alt waren. Andere Besucher waren hingegen schon ziemlich alt und wir wunderten uns, wie diese die kommenden Stunden überstehen würden. Bis zur siebten Station auf 2700 Meter ging es ziemlich schnell vorwärts und wir machten keine grösseren Pausen. Danach wurde der Weg aber deutlich steiler und felsiger, so dass man teilweise seine Hände zur Hilfe nehmen musste. An einigen Stellen ging es nur in Einerkolonnen aufwärts und da sich die Gruppen jeweils an den Schwächsten ausrichteten, kamen wir nur noch sehr langsam weiter hinauf. Das kam uns aber gelegen, da wir einerseits mehr als genug Zeit bis zum Sonnenaufgang hatten und andererseits weil sich die dünne Luft und damit auch Kopfschmerzen, Schwindel und Übelkeit bemerkbar machten. Kurz vor dem Erreichen der achten Station auf 3100 Meter begann es dann plötzlich in Strömen zu regnen. Mit dem Einsetzen von Donner und Blitz kam dann plötzlich etwas “Lord of the Rings”-Stimmung auf: Zauberstab in der einen Hand, Kapuze tief ins Gesicht gezogen, Regen von allen Seiten, kämpften wir uns langsam den Vulkan hinauf. Zwischen der achten und neunten Station legten wir dann eine etwas grössere Pause ein und verpflegten uns ausführlich. Der Preis für ein Snickers lag hier mittlerweile bei 300 Yen (normalerweise 120 Yen in einem Convenience Store) und die heisse Schokolade kostete 400 Yen. Ein Toilettenbesuch kostete hingegen durchwegs 100 Yen. Mittlerweile war es stockdunkel geworden und die meisten Bergsteiger verpflegten sich in einem der zahlreichen Huts und schliefen dann dort auch für einige Stunden. Wir hatten hingegen nichts reserviert und waren etwas überrascht, dass man uns nicht einmal zum Essen, Trinken und etwas Aufwärmen hineinliess. Als es uns dann zu kalt wurde, beschlossen wir, den Aufstieg fortzusetzen. Die letzte Station erreichten wir kurz vor 23 Uhr auf ungefähr 3400 Meter. Unter der Bedingung, dass wir etwas bestellen, durften wir dort für 20 Minuten bleiben. Das fanden wir aber ziemlich daneben und blieben einfach sitzen. Nach einer Stunde waren wir beinahe am Tisch eingeschlafen, doch plötzlich wurden wir durch das Klopfen der Bedienung wieder hellwach. Uns wurde mitgeteilt, dass wir für 1000 Yen pro Person nochmals eine Stunde bleiben könnten, dann müssten wir aber weiter. Da es draussen sehr kalt und immer noch regnerisch war, blieben wir deshalb nochmals eine Stunde dort. Um halb eins fühlte sich die Hütte plötzlich mit zahlreichen Gruppen und unsere Zeit war abgelaufen. Wir machten uns also auf die letzte Etappe, welche uns fast endlos vorkam, da man mittlerweile trotz hellem Mond selbst mit Taschenlampe nicht mehr viel sehen konnte und es langsam aber sich auch an Energie fehlte. Vor uns befanden sich jedoch zahlreiche Gruppen, welche noch deutlich mehr zu kämpfen hatten und alle paar Minuten eine Pause – inklusive Griff zur Sauerstoffflasche – einlegen mussten. Den höchsten Punkt erreichten wir schlussendlich um 2:53 Uhr bei eisiger Kälte und erbarmungslosem Wind. Viel gab es dort nicht zu tun, doch um halb vier gingen die Läden und Restaurants auf. Eine grosse Schale Ramen um 3:45 Uhr entschädigte uns fürstlich für die vergangenen Stunden. Kurz nach vier Uhr sollte dann die Sonne aufgehen und zig hunderte Leute machten ihre Kameras bereit. Was dann folgte, war jedoch eine grosse Enttäuschung. Es wurde zwar langsam heller, doch in dem Moment, in dem alle glaubten, dass jetzt dann die ersten Sonnenstrahlen durchstechen, schob sich eine gigantische schwarze Wolke vor die Sonne und damit gab’s für die nächsten Stunden nichts mehr zu sehen. Wir warteten noch einige Minuten und machten noch einige Fotos vom Innern des Kraters, welcher immer noch viel Schnee und Eis hatte und begannen dann um 5 Uhr wieder mit dem Abstieg. Der Abstieg dauerte zwar nur gerade drei Stunden inklusive Pausen, doch er war mindestens so anstrengend wie der Aufstieg. In endlos langen Zickzackwegen ging es auf Kieswegen und ohne Hütten langsam den Vulkan hinunter. Gegen Ende begann es wieder in Strömen zu regnen, so dass wir völlig durchnässt um 8 Uhr wieder bei der fünften Station waren. Mit Bus und Zug ging es dann nach Hause zurück. Puh, was für ein Trip…
Um 4:19 Uhr waren wir alle noch voller Hoffnung…
4:33 Uhr: Die Wolke, die alles zu Nichte machte…
Blick in den Krater: Kein besonders schöner Anblick… oder wie mein Professor nach meinem Reisebericht sagte: “What does that tell you about the universe? Most things look much more beautiful from far away…”
AMpFri, 03 Aug 2007 05:42:50 +000042Freitag 10, 2007
So, nun ist es endlich geschafft! Heute Morgen habe ich meine letzte Arbeit eingereicht und damit ist das Semester nun endgültig zu Ende. Der letzte Tag der Vorlesungen war bereits der 23.Juli, doch danach ging es ohne Unterbruch gleich mit dem Exam Week weiter. Ich hatte zum Glück nur gerade drei Japanisch Prüfungen (mündlich, Kanji sowie Lese- und Hörverständnis und zum Schluss noch Grammatik). Gleichzeitig musste ich aber noch drei Arbeiten schreiben. Meine Semesterarbeit im Kurs “Economics of Natural Resources” hatte schlussendlich inklusive Anhang 60 Seiten – und das für zwei Credits! Habe noch selten eine Arbeit geschrieben, welche mit so viel Frust und Ärger verbunden war. Jeden Donnerstag hatte ich ein Treffen mit dem Professor, welcher dann jedes Mal aufs Neue alles verriss und kritisierte. Eine Woche vor Abgabetermin gab es dann tatsächlich den ersten halbwegs positiven Kommentar von ihm: “Oh, your paper is really shaping up”. Nachdem ich die endgültige Version abgegeben hatte, meinte er: “You worked hard, I think this is satisfactory”. Eine Woche später gab es dann bereits die Schlussbesprechung und die Endnote. Habe schlussendlich tatsächlich noch ein B+ bekommen, wer hätte das gedacht…?
Die Japanisch Prüfungen waren ziemlich fair, ausser dass beim Hörverständnis niemand eine Ahnung hatte, was da überhaupt abging. Die Grammatikprüfung hätte deutlich schwieriger ausfallen können, aber auch so liess Luke hinter mir bereits zu Beginn den Satz “Particles were invented by the devil himself!” fallen. Unsere Japanisch Lehrerin hatte für die letzte Prüfung sogar noch japanische Kekse für die ganze Klasse mitgebracht. Letzte Woche habe ich dann in relativ kurzer Zeit meine 15-seitige Arbeit für den Kurs “Japanese Economic and Industrial Development” geschrieben, welche entsprechend oberflächlich ausgefallen ist. Das Thema konnten wir selber wählen und so habe ich versucht herauszufinden, wie die vergleichsweise tiefe Arbeitslosenquote von Japan (derzeit bei 3,7%, was für japanische Verhältnisse immer noch relativ hoch ist) zu erklären ist. Der Professor meinte, dass wir beim Einreichen der Arbeit dann auch noch ein paar mündliche Fragen gestellt bekommen würden, aber als wir dann einer nach dem anderen in sein Büro kamen, wollte er nur noch die Arbeit haben. Von unserem Dorm gab es einige, welche einen Undergraduate Kurs bei ihm besucht haben. Die schriftliche Prüfung dort bestand aus 6 Aufgaben: 1. Write your name 2. Write your student ID number. 3. What’s the name of this course? 4. Why did you take this course? 5. What did you learn this semester? 6. Assess the Japanese economy. Zuletzt musste ich dann noch meine “Annotated Bibliography” schreiben, was aber zum Glück nicht ganz so viel Zeit in Anspruch nahm.
So, hier zum Schluss noch ein paar Fotos von der Sophia University:
Blick nach Westen (Shinjuku mit dem Tokyo Metropolitan Government Building) aus dem fünften Stock des Hauptgebäudes:
Letzte Woche hielt Professor Muldavin seine dritte und letzte Doppellektion als Gastprofessor für das Fach “Development and Social Change”. Nach einer 60-minütigen öffentlichen Vorlesung zum Thema der Entwicklungshilfe in China und deren verherrenden Konsequenzen für die Umwelt und die ländliche Bevölkerung, leitete er wie bereits in den Vorwochen eine hoch interessante Diskussion. In seiner ersten Vorlesung hatte er uns ziemlich schockiert und uns die Funktionsweise des Kapitalismus sehr anschaulich dargestellt, indem er (Schuhe inklusive) über sämtliche Tische stampfte. Aufgrund seiner reichlichen Erfahrung im Zusammenhang mit Entwicklungsprojekten und verschiedenen Berichten für die Weltbank oder die UNO sowie seinem enormen Interesse und Engagement waren seine Stunden ausserordentlich lehrreich. Aber auch die übrigen Stunden, welche von Professor Wank gehalten wurden, waren sehr spannend.
Eine Studentin von unserer Klasse war der Meinung, dass wir deshalb zusammen essen und trinken gehen sollten und reservierte in einem japanischen Restaurant für die ganze Gruppe. Obwohl einige kleine Gänge serviert wurden, stand schlussendlich dann doch das Trinken im Vordergrund (Nomihoudai = all you can drink). Sehr zum Leidwesen von Hasan war auch das Essen sehr japanisch: Es gab sehr viel Sushi, Tintenfisch und Oktopus, womit er gar nichts anfangen konnte. Die letzten Monate hat er anscheinend nur dank selbst gemachtem Curry in allen Variationen überlebt… Die meisten von uns waren aber während zwei Stunden mit essen und trinken beschäftigt, bevor um 23 Uhr die ersten bereits auf den Zug springen mussten.
Hier unsere äusserst internationale Klasse:
Hintere Reihe: Olivia (Deutschland/Japan), Hasan (Bangladesh), ich, Javier (Venezuela), Rosa (Kolumbien), Marvin (Südkorea/USA), Eric (Taiwan/USA), Stephan (USA), Kelly (China).
Vordere Reihe: Monica (USA), Liming (China), Professor Muldavin, Professor Wank, Dong Kun (China), Nikolis (USA), Debbie (China) und Monica (Taiwan).
“Für 1 häts immer no glangt”: ich mit Stephan und Eric.
Je nach Kalender wird entweder am 7.Juli oder im August das alljährliche Star Festival (Tanabata) gefeiert. Von Region zu Region nehmen die Festivitäten und dazugehörigen Dekorationen jedoch ganz unterschiedliche Ausmasse an. Die Geschichte hinter diesem Feiertag ist das jährliche Treffen von Prinzessin Orihime (織姫) und Hikoboshi (彦星). Orihime ist die Tochter von Tenkou (天工), König des Himmels. Tenkou arrangierte ein Treffen zwischen seiner Tochter und Hikoboshi, da Orihime stets hart arbeitete (sie war ausgezeichnet im Weben von Textilien) und dadurch nie jemanden kennen gelernt hatte. Orihime und Hikoboshi haben sich sofort in einander verliebt und bald darauf geheiratet. Doch als Orihime darauf mit Weben aufgehört hatte und Hikoboshi seinerseits seine Kühe vernachlässigte, welche so dann im gesamten Himmelsreich herumirrten, wurde es Tenkou zu viel und er trennte die beiden. Es war ihnen verboten, sich je wieder zu sehen. Erst als Orihime in Tränen ausbrach, stimmte Tenkou einem Treffen einmal im Jahr zu.
In unserem Viertel war Tanabata keine besonders grosse Sache, aber die Strassen waren geschmückt und an vielen Orten konnte man seine Wünsche auf Zettel notieren und an Bambus festheften.
Die Strasse, in welcher sich unser Dorm befindet:
Besuch im Park von Koganei (koganei koen): ちかんにちゅうい! (Warnung vor Grabscher!) steht gleich schon beim Eingang.
Passend zum Star Festival ein Drachen bestehend aus dutzenden von kleinen Sternen:
Schnee gibt es in Tokyo so gut wie gar nie, aber Schlitten finden trotzdem das ganze Jahr lang Verwendung:
Verglichen mit der Zeit während des Kirschblütenfestivals (Hanami) Anfang April, war es dieses Mal im Park direkt langweilig:
Hier mal ein paar Eindrücke aus der Umgebung meines Dormitory in Koganei (Musashi Koganei Bahnhof). Hier leben auf etwas mehr als 11 Quadratkilometer über 110′000 Menschen. Trotz der hohen Wohndichte gibt es im Norden und Süden der Stadt zwei grosse Parks und auch sonst ist es relativ grün.
Mein Lieblingslokal, welches ich schon früher einmal erwähnt habe: Hier gibt es für 4-6 Franken die besten Suppen weit und breit. Meine Favoriten sind Ramen und Wantanmen. Aus irgendeinem Grund steht immer dasselbe Fahrrad vor diesem Lokal, auch ausserhalb der Öffnungszeiten. Meistens esse ich dort alleine und dabei bin ich auch immer der einzige Ausländer.
Meine Bank: Die Mitsubishi UFJ Financial Group , welche gemäss Bilanzsumme zu den grössten Banken der Welt gehört. Mit meiner Alien Registration Card war es kein Problem dort ein Bankkonto zu eröffnen, obschon ich darauf angewiesen war, dass ein Japaner aus unserem Dorm jeweils das Wichtigste für mich übersetzt hat. Auf mein Konto erhalte ich jedoch keinen Zins und die Öffnungszeiten sind genau so schlecht wie bei allen japanischen Banken (in der Regel von 9 bis 16 Uhr). Dafür kann man bereits mit einem Betrag von 1 Yen (0.01 Rappen) ein Konto eröffnen, nicht unbedingt etwas, was man von einer Grossbank erwarten würde.
Die Restaurantkette “Gusto” hat auch bei uns in der Nähe ein relativ grosses Restaurant. Der Sonntag Abend ist mittlerweile schon fast zum obligatorischen Gusto Besuch geworden: Einerseits weil es an diesem Tag nichts im Dorm gibt und andererseits weil es auch einige amerikanische und europäische Menüs gibt. Selbstverständlich wird man trotzdem bei jeder Bestellung gefragt, ob man noch eine Portion Reis dazu möchte.
Tsutaya: So etwas wie die japanische Version von Ex Libris oder citydisc mit dem wichtigen Unterschied, dass neben dem Verkauf von Büchern, Comics, CDs, DVDs und PC-Spielen auch sehr viel ausgeliehen werden kann. Entsprechend ist hier auch zu fast jeder Uhrzeit viel los. Bereits in der zweiten Woche habe ich hier eine Mitgliederkarte machen lassen und bin seither regelmässig am Ausleihen von CDs und DVDs. Die Preise sind sehr vernünftig. Eine DVD kann man für 4 Franken eine ganze Woche lang behalten, CDs kosten 2.50 Franken für einen Tag und 3.50 Franken für eine ganze Woche.
Der Traum eines jeden Stundenten: Die “convenience stores” (auf japanisch: コンビニ = “konbini”). Auch bei Feiertagen stets 24 Stunden lang geöffnet, haben sie schon so manchem von uns lange Nächte verkürzt oder für Abhilfe gesorgt, wenn man mal mitten in der Nacht hungrig geworden ist. Neben einer breiten Auswahl an Fertiggerichten, die jeweils gleich in der Mikrowelle aufgewärmt werden können, gibt es auch so ziemlich alles, was man für den täglichen Gebrauch benötigt. Wie der Name schon sagt: Sehr praktisch. Weniger lustig ist hingegen der Lohn eines Angestellten: Dieser schwankt zwischen 8 und 10 Franken pro Stunde, was wahrscheinlich einer der Hauptgründe ist, weshalb ich selten den selben Verkäufer zwei Mal sehe.
Vom 28.Juni bis am 1.Juli fand im Tokyo Big Sight die International Tokyo Toy Show 2007 statt, wo die neuesten Spielsachen und Gadgets präsentiert wurden. Erwartungsgemäss gab es dort eine Menge an unnötigen, faszinierenden, bizarren und supermodernen Dinge zu sehen und bestaunen. Meine Favoriten waren die ferngesteuerte Libelle, welche dank exakt rekonstruierten Flügeln überhaupt erst fliegen kann, sowie die Air Guitar Pro, eine moderne und erweiterte Version der Luftgitarre. Beide Produkte sind auch kurz in diesem Video hier zu bestaunen:
Weitere Impressionen:
Ein Ausflug zu Tokyo Big Sight lohnt sich auch dann, wenn ausnahmsweise mal nichts stattfindet…
Tokyo Big Sight von unten. Könnte aus einem Star Wars Film stammen…
Gleich neben Tokyo Big Sight: Eine überdimensionale rote Säge, welche im Boden steckt. Sollte wohl Kunst sein…
Ein Gesellschaftsspiel, in dem Japaner aufgrund ihrer reichen Erfahrung aus dem Alltag wahrscheinlich sehr gut sind.
Ziel: So viele Leute wie möglich in eine Telefonzelle quetschen. Irgendwann fällt die Telefonzelle dann auseinander.
Eine von vielen schwebenden, merkwürdigen Gestalten…
Dieser tollkühne Held heisst Kamen Rider Den-O. Er reist durch die Zeit und bekämpft unzählige Monster in allen erdenklichen Formen und Farben. Er bedient sich dabei verschiedenen modernen Hochgeschwindigkeitszügen. Klingt seltsam? Wer sich Videos von Kamen Rider Den-O auf youtube.com ansieht, wird feststellen, dass es tatsächlich eine ziemlich wirre Fernsehserie ist. Aber anscheinend auch eine sehr erfolgreiche…